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Geschichten 2007

 

Fünf vor zwölf?

Als einige Wanderer einen Ausflug zu einem idyllisch gelegenen Restaurant machten, begegneten sie dort einer grossen Katzenpopulation mit offensichtlich auch kranken Tieren darunter. Zuhause angekommen, machte einer der Wanderer dem Tierschutzverein Meldung. Ich setzte mich mit dem Besitzer des Restaurants in Verbindung und vereinbarte einen Besichtigungstermin.

Wie erwartet empfingen mich und Karin Gemperle sehr viele Katzen jeden Alters. Das Ganze begann mit einer Katzenmutter und deren Jungen. Sie verwilderten ohne dass man sie kastriert hatte. Weitere unkastrierte Kater gesellten sich dazu und so nahm die Tragödie ihren Lauf. Da eine Kätzin 2 bis 3 mal jährlich durchschnittlich 4 Junge zur Welt bringt und diese nach ca. 9 Monaten geschlechtsreif sind, war es nicht weiter verwunderlich, dass es nun von Katzen wimmelte. Es war also höchste Zeit hier einzugreifen und zum Glück waren die Bewohner vor Ort sehr hilfsbereit. Ich organisierte Transportkäfige für die zahmen Katzen, welche wir an einem vereinbarten Tag abholten. So konnten auf der Stelle 18 Tiere zum Kastrieren in die Tierklinik gebracht werden.  trenner image016

 

Mein Bus bewährte sich, wie schon so oft, vorzüglich für den Transport der Käfige mit lebendem Inhalt. Für die verwilderten Katzen stellten wir Katzenfallen rund ums Haus auf. Bereits nach zwei Nächten waren alle Katzen eingefangen. In der Klinik behielt man sie in Pflege, bis sicher war, dass sich wirklich keine weiteren Katzen mehr beim Restaurant befanden. In der Tierklinik herrschte Hochbetrieb und die Tierärzte operierten am laufenden Band. Alle Katzen wurden auf Leukose getestet, entwurmt, entfloht und kastriert. Von den 26 Tieren waren 18 weiblich und die Vorstellung, dass all diese Kätzinnen im nächsten Frühjahr und Herbst wieder Junge bekommen hätten, lässt mich erschauern. Zum Glück konnte der Tierschutzverein durch die Mithilfe der Anwohner in allerletzter Minute eine kleine Katastrophe verhindern. trenner image018


Einige der jüngeren zahmen Katzen wurden nun von uns platziert, die restlichen kastrierten Tiere brachte ich an ihren gewohnten und für sie so paradiesischen Ort zurück. Glücklicherweise musste kein einziges Tier krankheitshalber eingeschläfert werden.

Zum Schluss eine grosse Bitte an die Katzenhalter der Region: Bitte kastrieren sie Ihre Katzen! Grosse Katzenpopulationen sind ideal für die Ausbreitung von unheilbaren und höchst ansteckenden Krankheiten. Der Tierschutzverein Interlaken unterstützt Sie tatkräftig und stellt Fallen zur Verfügung.

 

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