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Geschichten 2010

 

Liebeswerter Riese

Simba habe ich ihn getauft, weil er eine absolut aussergewöhnliche Erscheinung ist.Als es im Dezember einige Tage sehr kalt war und ununterbrochen schneite, meldete sich jemand aus der Nähe des Campingplatzes Bönigen bei mir. Schon seit dem Sommer halte sich eine Katze in der Nähe des Campingplatzes auf und nun sitze sie seit Tagen unter einem Balkon. Ich begab mich mit einer Falle dorthin und erblickte ein riesiges langhaariges Tier.Der Kater war sehr friedlich und liess sich ohne langes Bitten nach Hause transportieren. Er war völlig abgemagert und das Fell war sehr struppig. In der Tierarztpraxis stellte man fest, dass er eine schwere Kieferverletzung hatte. Es

mussten auf einer Seite die beiden Reisszähne und auch Backenzähne gezogen werden. Diese Verletzung rührte von einem Unfall oder mutwilligen Schlag her. Anfänglich musste er breiartige Kost zu sich nehmen, bis er sich etwas erholt hatte.Es meldete sich niemand als Besitzer, und nach zweimonatiger Wartefrist konnte er zur Vermittlung ausgeschrieben werden.Simba ist ein äusserst friedfertiger, lieber Kater. Er hatte keinerlei Raufereien mit den anderen Katzen. Alle schienen von seiner Grösse sehr beeindruckt zu sein. Sogar mein Dauergast Jerry, ein richtiger „Macho“, machte einen grossen Bogen um dieses Tier.

Da er so riesig ist und auch eine intensive Fellpflege benötigt, dauerte es einen Augenblick bis sich die geeigneten neuen Besitzer fanden. Nun wohnt Simba in Spiez bei einer Familie mit kleineren Kindern und anderen Katzen und fühlt sich dort offensichtlich sehr wohl. Ab und zu erhalte ich Mails mit Fotos und es scheint, dass wir den richtigen Lebensplatz für Simba gefunden haben.

Prominente Besuche in der Katzenauffangstation Bönigen

Als ehemalige Studentin (als Tierpsychologische Beraterin I.E.T.) von Dennis Turner, Verhaltensforscher und Katzenexperte, erhielt ich letzen Sommer Besuch von meinem ehemaligen Lehrer. Nach der Besichtigung der Auffangstation (seiner Ansicht nach mache ich gar nichts falsch…) taten wir uns im Garten bei Kaffee und Kuchen gütlich und führten keine Gespräche über Katzen!

Ganz herzlichen Dank an Dennis. Ich habe viel von ihm gelernt und kann mein Wissen täglich in die Tat umsetzen.

Im Frühjahr besuchte mich Susy Utzinger von der Stiftung für Tierschutz, Zürich.

Von ihr erhalte ich ab und zu unbürokratisch materielle Unterstützung. Auch ihr ein ganz herzliches Dankeschön!

 

Ingo - Wächter über unzählige Katzen

Nun lebt er schon über ein Jahr bei uns und wir haben das grosse Los mit ihm gezogen. Ingo ist ein Tierschutzhund aus dem Tierheim Neuenburg.

Im Frühjahr 2010 entdeckte ich ihn auf der Homepage www.tierdatenbank.ch, als ich die Daten meiner Tierschutzkatzen dort aufschaltete. Da er bereits 8 Jahre alt war und auch durch seine enorme Grösse nicht in jeden Haushalt passt, war die Chance, dass er in angemessener Zeit ein neues Zuhause bekommen würde, nicht gerade unendlich gross. Wegen meiner Arbeit in der Katzenauffangstation kann ich mir persönlich nicht vorstellen, einen jungen Hund von einer Hundezucht zu übernehmen; erfahre ich doch täglich, dass ältere Tiere in den Tierheimen relativ lange auf einen geeigneten neuen Besitzer warten müssen.

Also besuchte ich Ingo, zusammen mit Karin Gemperle, der versierten Hundekennerin, in Neuenburg. Wir gingen mit ihm spazieren, und er verhielt sich in jeder Situation sehr souverän.

Damit ich sehen konnte, wie katzentauglich Ingo war, ging ich ein paar Tage später nochmals nach Neuenburg und holte ihn für einen Tag ab. Wir besuchten meine Tochter in Bern, die zwei Katzen besitzt. Er verhielt sich den Katzen gegenüber völlig friedlich und machte keinerlei Anstalten, sie zu jagen. Nun war es klar: Ingo gehörte zu uns. Als er bei uns zu Hause angekommen war, spazierte er durch den Garten, als ob er immer hier gelebt hätte. Am Abend legte er sich in sein Hundebett und schlief ohne Unterbruch bis zum Morgen.

Er hat einen guten Gehorsam und ist problemlos zu Kindern und anderen Tieren. Eine Schwierigkeit gab es allerdings am Anfang. Ingo verstand nur Französisch… Er ist uns aber auch in dieser Hinsicht sehr entgegen gekommen und lernte in kürzester Zeit Deutsch.

Ich hoffe sehr, dass wir Ingo, trotz seines Alters, noch ein paar Jahre bei uns haben.

 

Liebe deines Nächsten (Schläger-)Kater

Die Leiden eines ehemaligen Tierschutzkaters

Angela Hertig, Hinterkappelen

Manchmal ist das Leben schon hart. Vor allem dann, wenn man so auffällig gefärbt daher kommt wie Kater Bernhard, der aus der Katzenauffangstation Bönigen stammt. Sein schneeweisses Fell leuchtet einem zu jeder Tages- und Nachtzeit gehörig entgegen, und macht ihn so für Freund und Feind leicht erkennbar. Glücklicherweise hat mein Kater Bernie nicht viele natürliche Feinde hier in der schönen Eymatt aber einen hat er und der hat es in sich. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich zum erstem Mal ein furchtbares Kreischen hörte, dachte, mein Kater würde gerade von einer Dampfwalze zerquetscht und nach draussen rannte. Da lag der tapfere Bernie nun also flach am Boden und über ihm ragte ein kleiner dicker Pelzmuff von einem Kater empor. Sie kämpften nicht, sie kratzten nicht, sie kreischten sich einfach nur an und bewegten sich kein bisschen! Ich brüllte den getigerten Übeltäter an und fuchtelte wild herum, bis er Reissaus nahm.
In (un-)schöner Regelmässigkeit ist Bernie danach mit Kratzern und kleinen Bisswunden aufgetaucht und wir betrachteten das Tiger-Scheusal im Garten nebenan immer mehr mit beinahe biblischem Zorn. Seinen Namen kannten wir nicht und so nannten wir ihn „Tiger-Gigel“. Wir stiessen Verwünschungen aus, wenn wir seinen dicken pelzigen Hintern um die Ecke verschwinden sahen, wünschten ihm Pest und Cholera an den Hals und träumten den Tag herbei, an dem wir ihm allein und mit einem Eimer Wasser gerüstet begegnen würden.

Und nun das! Letzte Woche haben wir seinen Besitzer kennengelernt, einen netten Mann, der lustigerweise auch Bernhard heisst. Als er bei uns im Garten stand, sah er seinen getigerten Kater und lockte ihn zu uns. Der liess sich streicheln und brummte zufrieden! War überhaupt ganz lieb und charmant! Woopie heisse er, meinte der Nachbar. Unsere Welt steht immer noch ein bisschen Kopf. Auch „Tiger-Gigel“ sagen wir jetzt nicht mehr...