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Der lange Weg zum Glück

Mila kam im März 2010 als Verzichtskatze zu mir in die Auffangstation. Die Vorbesitzer gaben an, sie wegen der Allergie ihres Kleinkindes nicht länger behalten zu können. Mir fiel sofort auf, dass Mila völlig verstört war und weder Mensch noch Katze sich ihr nähern konnten. Versuchte man es, so sprang sie panisch weg und schrie markerschütternd voller Angst. Was hatte dieses Büsi nur erlebt? Wir liessen Mila also in Ruhe und schauten, dass sie sich auf einer erhöhten Ebene in einem Häuschen verstecken konnte. Monat um Monat verging. Langsam kam sie aus ihrem Versteck hervor und wurde immer neugieriger. Vorläufig war an eine Platzierung aber nicht zu denken. Niemand würde sich so einer Katze annehmen. Jeder kleinste Fortschritt von ihr freute mich riesig. Nach etwa einem Jahr strich sie mir um die Beine, aber anfassen liess sie sich noch nicht. Langsam gelang es mir, ihr manchmal über den Kopf zu streicheln, aber man musste sehr vorsichtig sein, plötzlich biss sie oder schlug mit der Pfote zu. Viele andere Katzen kamen und gingen. Mila wollte keiner. Katzen mit einer schwierigen Vergangenheit warten lange bei mir auf ein neues Zuhause. Im November 2011 erhielt ich einen Anruf von einer Dame aus Zürich. Sie habe Mila auf der Homepage gesehen, und sie möchte sie gerne besuchen kommen. Sie suche eine Katze, die gerne Einzelkatze sei und es schätze, in einer sehr ruhigen Umgebung zu leben.
Nun war Milas grosse Chance gekommen. Sie beschnupperte Frau Bürli und liess sich mit Katzenwürstchen locken. Das Eis war gebrochen. Natürlich war sie etwas reserviert aber das störte die grossherzige Besucherin nicht. Sie wollte Mila bei sich aufnehmen und hatte keine Erwartungen an sie.
Nach fast 2 Jahren durfte Mila nun in ihr neues Zuhause einziehen. Abschieds- und Freudentränen rannen über mein Gesicht, als sich Mila mit ihrer neuen Besitzerin auf den Weg nach Zürich machte.
Nun sind bereits einige Monate vergangen. Ich hatte mehrmals mit Frau Bürli Kontakt und es gibt nur Erfreuliches zu berichten, wie man aus dem folgenden Mail entnehmen kann.

Liebe Frau Hertig
Danke für Ihr Mail. Ich bin ebenfalls glücklich, dass wir so gut zueinander passen.
Malou (Abkürzung von Marie-Louise) ist für mich wirklich DIE ideale Katze. Liebenswert und anhänglich - ohne aufdringlich zu sein - und eine Philosophin. Sie ist sehr sensibel und intelligent. Das macht wohl ein Katzenleben auch nicht unbedingt einfacher. Malou ist noch nicht ganz stabil, d.h. Situationen, welche sie an schlechte Erfahrungen erinnern, verunsichern sie schnell einmal. Ich habe manchmal das Gefühl, sie WILL in ein normales, ruhiges Katzenleben zurück. Malou beobachtet (vor allem mich), beschnuppert und inspiziert alles (Waschmaschine, Tumbler, fliessendes Wasser, Handsauger) und ist sehr offen für neue, positive Erlebnisse, danach ist es ‚gegessen‘ und sie vertraut darauf, dass nichts Schlimmes geschieht.
Sie spielt auch sehr gerne, manchmal habe ich jedoch das Gefühl, eher mir zuliebe. Am liebsten hat sie das Versteck- und Fangenspielen. Da kommt sie richtig in Fahrt und springt mit erhobenem Schwanz davon. Kratzen und Beissen gehören definitiv der Vergangenheit an. Gewichtsmässig haben wir auch Erfolg. Sie hat keinen Kugelbauch mehr und kann ihren Po wieder säubern. Gewogen habe ich sie nicht mehr.
Den Balkon geniesst Malou jetzt schon, mit „sünnele“ und frische Luft schnuppern. Bevor ich das Katzennetz montieren lasse, müssen auf dem Balkondach noch Abdichtarbeiten erledigt werden, sonst kommen die Arbeiter nicht mehr aufs Dach. Bis dahin kann Malou jedoch unter Aufsicht gefahrlos auf den Balkon. Bis bald einmal, herzliche Grüsse aus Zürich Edith Bürli

Liebe Frau Bürli, ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie Malou diese Chance gegeben haben!




Gute Zusammenarbeit

Wer hoch hinaus will, sollte auch wieder selber auf den Boden finden…

An einem schönen Frühlingstag, vormittags, bemerkte ein Passant auf der Höhematte Interlaken eine Katze in einem Baum. Nachdem er den Baum mehrmals wieder aufgesucht hatte, entschloss er sich, den Tierschutzverein und die Polizei zu verständigen. Die Katze machte nämlich keinerlei Anstalten, vom Baum wieder herunter zu klettern. Höchstwahrscheinlich wurde sie von einem Hund gejagt oder von etwas erschreckt und suchte ihr Heil in der luftigen Höhe.
Am Abend entschlossen sich Polizei, Feuerwehr und Tierschutzverein, die Katze mit einer Feuerwehrleiter aus der misslichen Lage in 12 Metern Höhe zu befreien. Die unglückliche Kletterkünstlerin wurde mit Hilfe eines Kissenanzuges, der über sie gestülpt wurde, vom Baum geholt und kam dann zur Pflege in die Katzenauffangstation Bönigen.
Nach mehreren Tagen konnte der Besitzer gefunden werden, und Kater Garfield, wie er heisst, durfte unversehrt in sein Zuhause zurückkehren.




Kleine und grosse Schönheiten in der Katzenauffangstation

Zuerst die kleinen...

Im November besuchte die Kindergartenklasse aus Därligen die Katzen in der Auffangstation Bönigen.
Es war eine ziemlich wilde Angelegenheit. Zuerst begrüssten die Kinder den Hovawart Ingo. Der riesige Hund beeindruckte alle, und nur die Mutigsten wagten es, ihn mit einem Bisquit zu füttern. Danach ging es ins Untergeschoss – nur der arme Ingo musste draussen bleiben.
Die zutraulichen Katzen waren sofort zur Stelle, liessen sich streicheln und herumtragen und genossen den Besuch sichtlich. Die scheuen Katzen machten sich aus dem Staub und beobachteten das Treiben aus sicherer Entfernung.
Danach ging es hinauf ins Katzenkinderzimmer. Natürlich waren alle von den Katzenbabys entzückt. Im Kreis durften die Kinder nun die Kätzchen aufheben, streicheln und es wurde ihnen noch einiges über Katzen und deren Haltung erzählt.
Fröhlich und ausgelassen verliessen die Kindergärteler nach 2 Stunden unser Haus. Es war für alle eine gelungene Abwechslung, die mich etwas atemlos zurückliess (Uff!).

Und dann die Grossen...

Prominenter Besuch kündigte sich im Februar an. Lolita Morena und Liza Andrea Kuster (ehem. Miss Schweiz und Miss Earth) drehten einen Beitrag für den Tierreport .
Filmkamera und Mikrofon fanden aber nicht bei allen Katzen Anklang. So manche schaute etwas grimmig drein oder verzog sich in die hinterste Ecke. Es war eine lustige und lehrreiche Aktion und mir ist nun klar, fürs Fernsehen bin ich definitiv nicht geeignet. Also bleibe ich wohl weiterhin meinen Katzen treu...
Nach der Arbeit sassen wir noch zusammen in der Küche und gönnten uns das wohlverdiente Zvieri.
Seitdem weiss ich, was Missen mehr mögen als schöne Männer, Glanz und Glamour: NUTELLA!