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Ania, die Überlebenskünstlerin

Maia

Der Name „Ania“ bedeutet auf Suaheli „Kämpfen“ und diese Geschichte zeigt, wie die Kätzin Ania zur ihrem wohlverdienten Namen kam.

Im August wurde die ca. dreijährige Ania verletzt beim Heim und Hobby in Interlaken von Passanten gefunden. Mit einem offenen Beinbruch kam sie in tierärztliche Behandlung. Da die Verletzung schon mehrere Monate bestand, waren die Knochen völlig instabil zusammengewachsen.  Das Bein war nicht mehr zu retten und es musste entschieden werden, ob man die Katze einschläfern oder das Bein amputieren sollte. Wir entschieden, dass Ania weiterleben sollte. Ihr Besitzer konnte zwar nach einigen Wochen ausfindig gemacht werden aber es war ihm nicht mehr möglich, Ania zu sich zu nehmen, da sich seine Wohnsituation in der Zwischenzeit geändert hatte, und er auch keine behinderte Katze wollte. Ania war bereits im Februar entlaufen und anscheinend verunfallt. Fast ein halbes Jahr irrte sie mit dieser schlimmen Verletzung und unter grossen Schmerzen umher, bis sich jemand um sie kümmerte und in die Auffangstation brachte.

Die Operation hat sie bestens überstanden und mit der Behinderung kommt sie gut zurecht. Sie rennt umher und springt sogar auf Bäume. Sie geniesst das ihr geschenkte (Katzen)leben in vollen Zügen.

Leider musste Ania sehr lange auf ein geeignetes neues Zuhause warten, da sie nicht unbedingt eine Schmusekatze ist und ihre Grenzen klar setzt. Diesen Frühling öffnete sich jedoch das Türchen, auf das wir so lange gewartet hatten. Ania durfte zu einem Paar in eine ländliche Gegend umziehen und scheint sich dort sehr wohlzufühlen.

 

Ein Zuhause nach 448 Tagen

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Sara kam am 30. Januar 2012 zu mir in die Auffangstation. Im Dezember war sie jemandem auf dem Hasliberg zugelaufen. Völlig abgemagert und sehr hungrig bettelte sie um Futter.  Da sie anscheinend kein Zuhause hatte, wurde sie in der Tierarztpraxis in Meiringen abgegeben. Nachdem ein Gesundheitscheck gemacht wurde und sie wieder bei Kräften war, holte ich sie ab. Sara war äusserst scheu und liess über Monate niemanden an sich heran. Sie nahm eine Schlafhöhle in Beschlag und war nur nachts etwas aktiv. Nach und nach gewann sie etwas Vertrauen und liess sich gelegentlich in ihrem Bettchen etwas streicheln. Katzen und Kätzchen kamen und gingen. Sara blieb.  Eine alte und dazu noch schüchterne Katze hat es sehr schwer, einen Platz zu finden. Da Sara einen sehr zufriedenen Eindruck machte und ihrem Alter entsprechend gesund schien, war es eigentlich klar, dass sie wohl bei mir in der Station bleiben würde. Wir alle mochten sie sehr und Sara gehörte irgendwann einfach zum Inventar. Sie strahlte immer eine gewisse  Ruhe aus, auch wenn es ringsum hektisch zu und her ging. Abends endete mein letzter Gang jeweils bei ihr. Sie genoss die Streicheleinheiten nun sehr und schnurrte leise vor sich hin.

Am 22. April erhielt sie ganz unverhofft ihre grosse Chance. Eine Dame aus dem Aargau kam zu Besuch. Sie suchte eine ältere Katze als Partnerin zu ihrer 15jährigen Kätzin, die ihr Gspänli verloren hatte. Da Sara bei mir nie Probleme mit anderen Katzen hatte, war sie Favoritin und gewann das Rennen.

Nun lebt Sara schon einige Monate bei ihrer neuen kleinen Familie und wirkt sehr zufrieden. Wieder einmal konnte ein alter Baum mit Erfolg verpflanzt werden. 

 

Ob alt oder jung – alle warten auf ihre Chance 

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Auch in diesem Jahr waren sehr viele Pfleglinge (circa 250) in der Auffangstation und warteten auf ein geeignetes Zuhause. In den letzten Jahren kamen neben vielen Jungtieren auch immer mehr ältere bis sehr alte Katzen zu mir. Gerade die Vermittlung von alten Katzen ist manchmal sehr schwierig. Deshalb freue ich mich immer besonders, wenn sich Interessenten für ein älteres Tier entscheiden. Natürlich wird eine 10jährige Katze sehr wahrscheinlich nicht mehr 10 bis 15 Jahre leben, aber auch bei  jungen Tieren hat man keine Gewähr, dass sie viele Jahre leben. Gerade junge Katzen vor ihrem zweiten Lebensjahr  erleiden häufig Unfälle, da sie noch sehr ungestüm und sich der Gefahren nicht bewusst sind. Mit einer älteren Katze als Begleiter lebt es sich in einem Haushalt meistens viel ruhiger und auch die Wohnungseinrichtung wird in der Regel nicht so arg in Mitleidenschaft gezogen. Natürlich sollten junge wie auch ältere Tiere in einer artgerechten Umgebung mit Kratzgelegenheit und geeigneter Kloinfrastruktur leben. Die Charaktereigenschaften einer älteren Katze sind gegeben. Bei jungen Katzen kann man dagegen noch so einige Überraschungen erleben.  Auch für berufstätige Personen eignen sich erwachsene Katzen sehr, da diese nicht ständig unterhalten werden wollen, sondern eher die Ruhe schätzen. Junge Katzen können in einem Haushalt, wo sie viel alleine sind, richtiggehend vereinsamen und dadurch auch Verhaltensstörungen entwickeln. Deshalb sollten sich berufstätige  Menschen unbedingt für zwei  Stubentiger, die sich gut verstehen, entscheiden. Für Familien mit Kindern sind junge und sehr zutrauliche Katzen geeignet. So erleben die Kinder auch die Entwicklung eines Kätzchens mit,  lernen Rücksicht zu nehmen, und die Kätzchen haben ebenfalls viel Unterhaltung. Natürlich werden hier die Nerven von Vater oder Mutter manchmal auch arg strapaziert und man sollte es sich wirklich gut überlegen, ob noch ein weiteres Familienmitglied aufgenommen werden soll.

Alles in allem, ob man sich nun für junge oder ältere Katzen entscheidet, man sollte sich auf jeden Fall umfassend über die artgerechte Haltung des Neuankömmlings informieren und zwar b e v o r  er eingezogen ist. Gute Informationen über Katzen und auch andere Heimtiere erhält man beim BVET (www.meinheimtier.ch).