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Geschichten 2009

 

Zwei Schicksale – Ein Happyend

Gino hatte bereits ein schweres Schicksal hinter sich. Ich wurde von der Polizei angerufen, ob ich mit ihnen zusammen in eine Wohnung käme, wo die Mieterin unerwartet verstorben sei. Dort befände sich noch eine Katze, die ich in Obhut nehmen solle. Als ich dort eintraf, sass ein eingeschüchterter Kater auf dem Sofa. Ich setzte ihn in den Transportkorb und brachte ihn als erstes zum Tierarzt. Gesundheitlich schien alles in Ordnung zu sein. Er trug ein „Gstältli“, von dem ich ihn sofort befreite. Darunter hatte er überhaupt keine Haare mehr. Er musste es wohl schon seit Jahren getragen haben.

Als ich mich bei Bekannten der verstorbenen Frau über die Katze erkundigte, erfuhr ich, dass die Besitzerin Gino fast 7 Jahre lang am Bett angebunden hatte, weil sie befürchtete, er laufe sonst weg. Ich war schockiert. Höchstwahrscheinlich hatte dieser Kater nach einer solchen Haltung eine massive Verhaltensstörung. Zuhause angekommen, quartierte ich ihn in eine grosse Boxe ein, wo er sich einige Tage erholen konnte. Gino entpuppte sich als ein äusserst lieber und ruhiger Kater. Als ich die Boxe öffnete und er nun die Möglichkeit hatte herauszukommen, passierte einige Tage gar nichts. Da er früher praktisch keinen Freilauf gehabt hatte, begriff er zunächst nicht, dass er nun ganz ohne Leine herumspazieren konnte.

Ich lockte ihn mit Leckerbissen aus der Boxe und spazierte mit ihm im Raum umher, bis er merkte, dass er sich nun freier bewegen konnte. Nach drei Tagen entdeckte Gino sogar die Katzentüre und ging selbständig ein und aus. Ich hatte das Gefühl, dass er seine neue Freiheit wirklich genoss.

Ungefähr gleichzeitig wie Gino kam Asterix zu mir. Er lebte auf einem Bauernhof, wo viele unkastrierte Katzen herumlungerten. Bei der Kastrationsaktion wollte der Landwirt nicht mehr alle Katzen zurück. Die Jungtiere behielten wir zum Platzieren bei uns.

Den stattlichen, rot-weissen Kater wollte man auch nicht mehr zurück. Er solle doch eingeschläfert werden, da er nicht mehr der Jüngste und auch nicht besonders schön sei.

Euthanasieren war aber kein Thema für mich. Für diesen friedlichen Kater würde ich doch bestimmt ein neues Zuhause finden.

Eines Tages erhielt ich eine Anfrage von einem Alters- und Pflegeheim, ob ich zwei geeignete Katzen abzugeben hätte. Die Heimleitung hatte beschlossen, zwei Büsis aufzunehmen. Gino und Asterix schienen mir ideal. Beide sehr ruhig und lieb, und völlig unkompliziert.

 

 

 

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Der Heimleiter holte nach einem vorgängigen Besuch die Zwei ab, und sie bekamen ein eigenes Zimmerchen mit Katzenbaum und Katzenklo. Schon am ersten Tag begleiteten Gino und Asterix die Nachtwache von Zimmer zu Zimmer und begrüssten die Pensionäre, die die Beiden auch sofort fest in ihre Herzen schlossen. Die beiden Kater sind seither eine grosse Bereicherung im Tages- und auch Nachtablauf des Altersheimes. Sie fühlen sich äusserst wohl und haben jede Narrenfreiheit. Sie dürfen sich in allen Bereichen des Heimes aufhalten und in vielen Zimmern der Pensionäre ist auch ein Plätzchen auf dem Bett für sie reserviert.

Nun leben sie schon bald ein Jahr im Heim und niemand kann sich mehr vorstellen, wie es war, als Gino und Asterix noch nicht der Mittelpunkt im Leben vieler Heimbewohner waren.

 

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Sulwald- schönste Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau!

Ein Paradies im Berner Oberland – auch für Katzen


Diesen Herbst hatten wir eine von verschiedenen grossen Kastrationsaktionen im Jahr 2009. Der junge Tierarzt, der die Grosstiere der Landwirte auf der Alp Sulwald betreut, bereitete die Aktion vor. Er sprach mit den Bauern und informierte sie darüber, dass der Tierschutzverein Interlaken-Oberhasli bereit wäre, die vielen Katzen von den verschiedenen Bauernhöfen einzufangen und zu kastrieren. Die Jungtiere würden übernommen und wenn möglich platziert. Könnten sie nicht gezähmt werden, kämen sie kastriert wieder zurück auf den Hof.

Wie so oft wussten die Leute überhaupt nicht, dass es möglich ist, wilde Katzen mit Katzenfallen einzufangen, und dass die Mitarbeiter des Tierschutzvereins diese Arbeit und die Transporte übernehmen. Alle Bauern auf Sulwald waren einverstanden, dass wir sämtliche Katzen einfangen und die wilden Tiere wieder kastriert zurück brächten.


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Ein Bauernhof nach dem anderen wurde von uns besucht und wir stellten alle Fallen, die wir irgendwo hatten ergattern können. Es ging Schlag auf Schlag: Zuerst war es noch möglich, dass ich mit meinem geländegängigen Kleinbus einige Male auf der Naturstrasse hinauf- und hinunterfahren konnte. Nach drei Tagen fing es jedoch an zu schneien.
Diverse Katzen waren noch beim Tierarzt, andere waren bereits wieder von den Bewohnern gefangen worden.

Nun musste die Drahtseilbahn für die Transporte benutzt werden. Da die Wandersaison bereits zu Ende war, konnte man ohne weiteres die Katzenfallen mit dem lebenden Inhalt hinauf- und hinuntergondeln. Innert einer Woche waren sämtliche erwachsenen Katzen auf Sulwald kastriert und wieder retour gebracht worden. Alle Jungtiere kamen zu mir in die Auffangstation und konnten optimal platziert werden. Zwei von ihnen durften sogar auf einer anderen Alp in der Nähe von Interlaken ein neues Zuhause beziehen.

Diese Aktion war sehr erfolgreich. Auf der ganzen Alp konnten alle Tiere kastriert werden. Keine einzige Katze war leukosepositiv. Die Landwirte waren sehr kooperativ und halfen alle tatkräftig mit. Jedes Jungtier konnte ich noch zähmen und gut platzieren, fast alle durften zu zweit in ein neues Zuhause einziehen.Da die Einwohner von Sulwald sehr bescheiden leben, hat der Tierschutzverein Interlaken-Oberhasli die anfallenden Kosten übernommen. Ebenfalls habe ich noch gespendetes Trockenfutter von Nestlé für die Katzen abgegeben. Schliesslich sollten sie für ihre Mühsal auch noch ein wenig belohnt werden…